Der Nationalpark Wattenmeer

Das Nationalpark-Haus Greetsiel

Nationalpark-Haus GreetsielDas Nationalpark-­Haus Greetsiel ver­an­schau­licht in einer Aus­stell­ung die Be­sonder­heiten des National­parks Nieder­sächs­isches Watten­meer und seine regionalen Aspekte. Die Aus­stellung informiert außerdem über die Gefährd­ung des Lebens­raumes durch Schad­stoff­einträge, Öl, Müll, Massen­tourismus und großflächige Ein­deich­ungen. Für Gruppen und Schul­klassen werden Führ­ungen durch die Aus­stell­ung, Mikros­kopieren, Dia­vorträge und Wan­der­ungen angeboten. Auf den Wander­ungen, mit oder ohne Fahr­rad, wird den Teilnehmern Interessantes über das Watt, den Salz­wiesen und den Deichbau ver­mittelt.

Vogelbeobachtung an der Nordsee

Pilsumer Leuchtturm Der kleine rot-­gelb gerin­gelte Leucht­turm, das Wahr­zeich­en der Gemeinde Krumm­hörn steht an einem inter­national bedeu­tenden Rast­platz für Zugvögel, der Leybucht und somit mitten im Geschehen.

Während der Zugvogeltage, jedes Jahr im Oktober, können Sie an sechs Tagen vom Obergeschoss des Leuchtturms aus einen Überblick über das Zuggeschehen rund um den Leuchtturm verschaffen und dabei Interessantes zum Vogelzug, über den Nationalpark und die Leybucht erfahren. Von April bis November bietet das Nationalparkhaus in Greetsiel zudem Führungen an (siehe unten).

Nonnengänse bei Greetsiel

Fachleute der Nationalparkverwaltung und der Ornithologischen Vereinigung Ostfriesland stehen speziell während der Zugvogeltage im Leuchtturm mit guter Optik bereit, zeigen Ihnen welche Vögel es gerade zu sehen gibt und versorgen sie mit interessanten Hintergrundinformationen rund um den Vogelzug.

Löffler

Die Leybucht ist ein sogenannter "hot spot" für Ornithologen. Ca. 200 verschiedene Vogelarten halten sich hier im Jahresverlauf auf. Von Salzwiesen über Weideflächen bis zu verschiedenen Gewässern und Röhrichten sind alle Lebensräume vertreten.

Zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst, rasten die Zugvögel mehrere Wochen im nahrungsreichen Wattenmeer, um hier Energie aufzutanken - auf dem weiten Weg in die Brutgebiete im hohen Norden bzw. die Winterquartiere in südlichen Gefilden. Andere, vor allem verschiedene Gänsearten, verbringen den ganzen Winter in unserem gemäßigten Klima.


Mit den Vogelkiekern des Nationalparkhauses Greetsiel unterwegs

Vogelkieker Be­obachvten Sie zusam­men mit den Vogel­kiekern des Nationalpark-­Hauses Greetsiel die Vögel an unserer Küste. Die Ley­bucht mit ihren vor­gelagerten Salz­wiesen und ausgedehnten Wattflächen bietet unzähligen Vögeln wertvollen Rast-, Brut- und Nahr­ungs­raum. Mit Fern­glas und Spektiv lassen sich Brut­vögel im Sommer, sowie im Früh­jahr und im Herbst Zug­vögel und Gastvögel hervorragend bestimmen. Dauer ca. 2 Stunden. Für Kinder ab 8 Jahren geeignet. Informationen und Programm unter: www.nationalparkhaus-wattenmeer.de

Quellen: www.zugvogeltage.de, www.nationalpark-wattenmeer.de

Kreuzfahrten ins Weltnaturerbe Wattenmeer

Große Beliebtheit erfreuen sich die Ausflugsfahrten mit der "Frisia X" von Greetsiel aus zu den großen Robben- und Seehundbänken bei Erwachsenen und Familien mit Kindern. Die Fahrt führt durch das Wattengebiet der Insel Borkum, in welchem die scheuen Tiere je nach Wetterlage in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet werden können. Die Reise führt außerdem an der neu entstehenden Insel "Kachellot" und der Vogelschutzinsel Memmert vorbei. An Bord werden vielfältige Informationen und Erläuterungen zur Tier- und Pflanzenwelt im Weltnaturerbe Wattenmeer gegeben.



Dauer der Fahrt 3 1/2 bis 6 Std. (kein Landgang)
Fahrkarten sind während der Fahrt an Bord und bei der Touristik GmbH (0 49 26 - 91 88 - 13) in Greetsiel erhältlich.

  
  Ausflüge mit der "Frisia X"
Seehund
DatumZiel aban
Weitere Termine folgen!


Minikreuzfahrt mit Fischfang

Sehr beliebt bei Erwachsenen und Familien mit Kleinkindern, eine kleine Seereise durch das Naturschutzgebiet -Leyhörn mit einer Schleusung durch die Seeschleuse- Leyhörn ins Weltnaturerbe Wattenmeer, mit dortigem Auslegen des kleinen Fanggeschirrs zum Fischen. An Bord werden vielfältige Informationen und Erläuterungen zum Hafen und der Ortschaft Greetsiel, zum Deichbau der Jahrhunderte, der Fischerei von früher und heute sowie der Tier- und Pflanzenwelt im Naturschutzgebiet und Nationalpark gegeben. (Text: Frisia)

Dauer ca. 2 Std.

Seehunde und Kegelrobben in Nationalpark Wat­ten­meer

An der deut­schen Nord­see­küste, auf den ost­friesischen Inseln und den Sandbänken finden wir zwei ver­schiedene Robben­arten; einmal den stärker ver­brei­teten See­hund und da­neben das größte in Deu­sch­land frei­lebend vor­kommende Raub­tier, die Kegel­robbe.

Kegelrobben sind etwa doppelt so groß wie Seehunde. Männliche Kegelrobben erreichen eine Größe bis an die 250 cm und ein Gewicht bis an die 250 kg. Das Weibchen wird bis an die 200 cm groß und um die 150 kg schwer. Die Männchen sind auf dunkelgrauem Grund hell gefleckt, Weibchen dagegen sind dunkelgrau gefleckt auf silbergrauen Grund. Die Tiere haben einen eher spitz zulaufenden (kegelförmigen) Kopf, wonach sie ihren Namen bekommen haben. Im Wattenmeer gibt es mehrere Kolonien der Kegelrobben mit Jungenaufzuchten, eine z. B. auf der Kachelotplate westlich von Juist. Kegelrobben sind im Wattenmeer, verglichen mit Seehunden, eher selten.
Aber sowohl Seehunde und mehr noch die Kegelrobben standen an der norddeutschen Küste schon kurz vor der Ausrottung.

Nachdem durch die Jagd und durch Abwassereinleitungen in die großen Flüsse und damit in die Nordsee die Bestände der Robben bis ins 20. Jahrhundert stark zurückgegangen waren und die Robben fast ausgerottet waren, erholte sich die Population ab Ende der 1970er Jahre.

Speziell Umweltgifte wie PCB (giftige und krebsauslösende organische Chlorverbindungen) waren bis in die 1980er in Nord- und Ostsee gelangt. Die Robben litten unter Tumoren, Nierenschäden, Darmgeschwüren, Gebärmutterverschlüssen und Hautveränderungen.

Dazu kam, dass seit Beginn des industriellen Fischfangs und die sich abzeichnende Überfischung der Meere die Robben als Nahrungskonkurrenten gesehen wurden und intensiv gejagt wurden. Zum Schutz der Tiere verboten die Niederlande die Jagd 1962, 1971 folgte Niedersachsen, 1973 Schleswig-Holstein und 1977 Dänemark.

Seehundbänke Borkum

Zwar wurden die Schutzmaßnahmen erheblich verbessert, aber für viele Umweltschutzorganisationen reichen diese dennoch bei Weitem nicht aus. Seit 1974 haben Robben in Deutschland ganzjährig Schonzeit und dürfen nicht mehr gejagt werden. allerdings unterliegen sie noch immer dem Jagdrecht, das heißt, dass z. B. in Schleswig Holstein rund 40 von der Landesregierung eingesetzte Seehundjäger (Stand 2014) hilflose und kranke Tiere erschießen dürfen. Das Deutsche Tierschutzbüro e.V. hält dieses jedoch für nicht hinnehmbar. Nicht Jäger sollten darüber entscheiden, ob ein verletztes oder krankes Tier gesund gepflegt werden kann, sondern Tierärzte.

Auch gibt es immer wieder Rückschläge, wenn es um den Schutz der Robben geht. Durch Epidemien des Staupevirus (Phocine Distemper Virus ähnlich dem Hundestaupevirus) wurden in den Jahren 1988 und 2002 Tausende Seehunde im Wattenmeer getötet

2014 zählte das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) in Oldenburg zwischen Ems und Elbe zuletzt 9343 Seehunde - 1261 mehr als vor einem Jahr (2013: 8082, 2012: 8397). (Osnabrücker Zeitung, 26.08.2014)

Wattwanderungen

Norderney & Baltrum: Mit Wattführer Siegfried Knittel (staatl. geprüfter Wattführer) - Informationen unter: www.mit-sigi-sicher-durchs-watt.de / Mobil: 0172 - 9 34 45 75 / E-Mail: info@mit-sigi-sicher-durchs-watt.de
Norderney & Baltrum: Wattführer Niko Osterkamp (staatl. gepr. Wattführer) - Telefon: 0 49 31 - 14 479, Telefax: 0 49 31 - 99 24 55, Mobil-Tel. 0 170 - 38 26 605 / Internet: http://www.watterlebnis.de   / E-Mail: niko@watterlebnis.de

Fotos:
© cees49 - Fotolia.com (Ausflüge in den Nationalpark)
© Naturecolors - Fotolia.com (Löffler)
© Hermann Jack (alle weiteren Fotos)