Das Steinhaus in Greetsiel

Das Steinhaus in Greetsiel gilt als das älteste noch erhaltene Gebäude im Ort. Erbaut wurde es von der Grafenfamilie Cirksena, genauer von Haro Cirksena, nachdem die Familie ihre Residenz vom Dorf Appingen nach Greetsiel verlegt hatte. Zwischen 1362 und 1388 könnte das Steinhaus "Olde Huss" entstanden sein.

Der Name Greetsiel setzt sich aus dem Wort "Gred" für Wiese oder angeschwemmtes Land und Siel zusammen, also "Siel am Neuland". 1388 wurde Greetsiel in den Briefen von Ocko I. tom Brok erwähnt.

Steinhaus Greetsiel

Im Gegensatz zur Burg in Greetsiel, die zwischen 1457 und 1460 unter dem Grafen Ulrich I. erbaut wurde, sind vom Steinhaus noch Gebäudeteile, nämlich das Gewölbe von 1390 erhalten.

Ein Wohnturm wurde um 1600 abgetragen und durch den bis heute erhaltenen Bau ersetzt, der bis ins 20. Jahrhundert um einige Anbauten erweitert wurde.

Dass der Bau in wichtigen Details bis heute wieder instandgesetzt wurde, ist dem Denkmalpfleger Jan Smidt, der 2019 verstarb, zu verdanken. Er hat versucht dem Gebäude in mühe- und liebevoller Arbeit seine historische Bedeutung wieder zu geben. Er ließ Renaissancefenster einsetzen und renovierte die Entlastungsbögen mit Diamantquadern und das Dach. Im Garten fand er Überbleibsel eines alten Kamins, den er rekonstruierte und der heute im Hauptraum des Steinhauses zu sehen ist. Über dem Kamin ist der Spruch eingeprägt: "Durch Eintracht wächst das Kleine, durch Zwietracht zerfällt das Große."

Jan Smidt vermachte das Steinhaus der Gerhard-ten-Doornkaat-Koolman-Stiftung.

Am Samstag, dem 10.07.21 fand vormittags die Eröffnung des renovierten Steinhauses Greetsiel statt. Die Veranstaltung wurde entsprechend von der ten Doornkaat Kohlmann Stiftung ausgerichtet.

Die LAK (Ländliche Akademie Krummhörn-Hinte) erhielt bei der Veranstaltung, als von der Stiftung eingeladene Einrichtung, offiziell den Auftrag die Regie der kulturellen Belebung des Hauses zu übernehmen.


Quellen:
Vera Vogt, Ostfriesenzeitung, 25.09.2021
Ländliche Akademie Krummhörn-Hinte